ICE Unfall Eschede

Züge gelten in unserer heutigen Gesellschaft stets als ein sehr sicheres Transportmittel, gerade verglichen mit dem Fliegen, oder Autofahren. Doch gerade ein Zugunglück blieb dabei besonders in Erinnerung, denn es war das schwerste, welches sich bis heute in dieser Form ereignet hat. Die Rede ist, die älteren unter Ihnen werden sich erinnern, vom ICE-Unfall von Enschede, welcher sich im Jahr 1998 ereignet hat.


Inzwischen ist bereits wieder viel Zeit vergangen, und dennoch haben viele das Bild der verunglückten Waggons weiter vor Augen. Gerade von der Wucht des Unfalls, welcher 101 Menschenleben forderte, waren viele überrascht. Es entbrannte eine hitzige Diskussion über den Sinn solcher Hochgeschwindigkeitszüge, wenn diese für ein solch schweres Unglück verantwortlich waren. Doch nicht nur die gepflanzten Bäume, welche symbolisch für die Anzahl der Unfallopfer stehen, sind dafür verantwortlich, dass sich diese Bilder in das kollektive Gedächtnis gebrannt haben.

Doch wie konnte es zu einem so schlimmen Unglück überhaupt kommen? Die Vorgeschichte ist dabei inzwischen weitreichend bekannt. Bereits am Morgen des 3. Juni 1998 brach an einem anderen Zug ein Rad aufgrund von Ermüdung des Materials. Dabei passierte aber nichts schlimmeres, die Gleise wurden jedoch beschädigt, denn es waren tiefe Kerben vorhanden. Als der betreffende Zug schließlich an der Stelle angelangte, wurde der noch immer dort liegende Radreifen gegen die Weiche geschleudert. Nun entgleiste der Zug weiter, und traf dabei auch auf die zweite Weiche, welche sich in der Folge umstellte. Bereits hier nahm das Unglück seinen Lauf, auch eine elektronisch eingeleitete Schnellbremsung konnte die komplette Entgleisung schließlich nicht mehr verhindern. Doch auch die Medien trugen entscheidend dazu bei, dass uns der ICE-Unfall von Eschede für immer im Gedächtnis bleibt. Bereits an den vielen Falschmeldungen kurz nach dem Unglück konnte man die Bedeutung bemesse, welche dies für die Bevölkerung hatte. Dazu trug unter anderem ein Golf Variant bei, welcher beim Unglück unter den Trümmern des Zuges begraben worden war. Verschiedene Fernsehsender berichteten kurz nach dem Unglück einstimmig, dass der Golf von der nahe gelegenen Brücke auf die Gleise gestürzt sei, und damit für den ICE-Unfall verantwortlich sei, was natürlich nicht der Fall war.

Die gleich danach eintreffenden Rettungskräfte versuchten noch viele Stunden lang, Verschüttete aus den Trümmern zu retten. Der eigentliche Unfall passierte um 10.59 Uhr, und bereits um 11.00 Uhr gingen bei Rettungskräften sowie der Polizei die ersten Notrufe ein. Nach anfänglichen Unklarheiten waren bereits um 11.06 Uhr die ersten Rettungsfahrzeuge an der Unfallstelle nahe Enschede eingetroffen. Mit hunderten Helfern, vielen eigens hierfür organisierten Zelten für die Verletzten, und 50 Ärzten wurden die Rettungsmaßnahmen eingeleitet, und auch diese Dimension ist es, welche den ICE-Unfall von Enschede von anderen Zugunfällen unterscheidet.

Der damalige Bundespräsident Roman Herzog setzte den Termin für die zentrale Trauerfeier auf den 21. Juni fest. In der Stadtkirche in Celle war auch der damalige Bundeskanzler Helmut Kohl unter den rund 2000 Gästen. Auch an diesen Zahlen wird deutlich, wie groß die Anteilnahme der deutschen Bevölkerung am ICE-Unfall von Enschede war. Mit einigen neuen technischen Richtlinien wurde seither versucht, derart schlimmen Vorfällen vorzubeugen. So wurden die Verschleißgrenzen der Radreifen neu festgelegt, und auch neue Ausstiegfenster wurden in den kommenden Generationen des ICE angebracht. Sogar das gesamte System Bahn wurde von einer unabhängigen Kommission unter die Lupe genommen, um in Zukunft solche schlimmen Vorkommnisse zu vermeiden.