Keine Gewalt gegen Polizisten

Ein Betrunkener akzeptiert den ausgesprochenen Platzverweis des Polizisten nicht und schlägt zu. Eine feiernde Gruppe soll die Musik leiser stellen und wird verbal ausfallend. Eine Festnahme läuft aus dem Ruder und ein Polizist wird erschossen. Die Zahl der Angriffe auf Polizisten ist unverändert hoch. Aktuelle Studien und Nachrichtenberichte zeigen: Die Gewalt gegen Polizisten ist ein Problem.

Gewalt gegen Polizisten – Ein Problem der Gesellschaft?

Die Gesellschaft hat sich im Verlauf der letzten Jahrzehnte markant verändert. Sinkende Hemmschwellen, verstärkte Respektlosigkeit und die wachsende Gewaltbereitschaft zeichnen ein erschreckendes Bild. Welche Möglichkeiten hat die Polizei? Was prägt die Gewalt gegen Polizisten und welche Auswirkungen hat eine solche Situation auf die Staatsgewalt?
Die Täter und die wachsende Gewaltbereitschaft der Bevölkerung

Die Täter sind in vielen Fällen alkoholisiert oder stehen unter dem Einfluss anderer Drogen, wenn es zu brenzligen Situationen für Polizisten kommt. Die Hemmschwelle sinkt und nicht nur der abnehmende Respekt gegenüber der Staatsgewalt sorgt dann für Schwierigkeiten. Gewalttätige Attacken gegen Polizisten beschränken sich oftmals nicht nur auf bloße Beschimpfungen. Das Ausmaß der Gewalt reicht von verbalen Attacken über Schubsen, Schlagen und Treten bis hin zu Waffengewalt mithilfe von Steinen, Flaschen, Messer oder gar Pistolen und Gewehren.
Hilflosigkeit und Angstgefühle – Die Opfer und das Ausmaß der Verletzungen

Für die Opfer bedeutet ein solch tätlicher Angriff meist nicht nur eine körperliche Auswirkung. Im besten Fall verläuft eine Begegnung glimpflich und es bleibt bei Beleidigungen. Doch auch verbale Attacken können die Psyche eines Menschen stark beeinträchtigen. Polizisten stehen in solch einer Situation, bildlich gesprochen, mit dem Rücken an der Wand. Hilflosigkeit prägt ihr Empfinden, da ihnen keine Mittel zur Verfügung stehen, um derartige Angriffe effektiv zu beenden. Physische Attacken machen Polizisten häufig für mehrere Tage, wenn nicht länger, dienstunfähig. Körperliche Wunden heilen meist, doch die seelischen Schäden reichen tief. Opferschutz ist daher ein wichtiger Aspekt von vielen für den sicheren Dienst bei der Polizei.
Lösungen gegen Gewalt: Vom KGgP zur angepassten Polizeiausbildung

Zum verbesserten Schutz der Polizisten haben sich mit der Zeit zahlreiche Vereine und Organisationen entwickelt, die Kriminalitätsopfern oder ganz konkret Polizeibeamten helfen mit der Situation umzugehen. Die Organisation Weisser Ring ist eine davon. Der 2012 gegründete Hilfe für Helfer in Not e.V. steht ebenso unterstützend zur Seite wie der Blog für Kriminalprävention des Düsseldorfers Peter Ries. Der Verein Keine Gewalt gegen Polizisten ist zudem ein Ort im World Wide Web, an dem Polizeibeamte erste Hilfestellungen erhalten. 2011 gegründet, stellt der Verein KGgP einen wichtigen Weg dar, um mit Gewaltsituationen im Polizeialltag besser umgehen zu können. Die Anlaufstellen für Polizeibeamte sind stetig gewachsen und inzwischen erfährt auch die Ausbildung bei der Polizei eine klare Veränderung. Gewaltprävention ist dabei ein besonderes Thema, um die zukünftigen Polizisten angemessen auf ihre Arbeit vorzubereiten.

All die Studien, Nachrichtenberichte und Organisationen, all die Maßnahmen und Anlaufstellen für und von der Poliizei zeigen deutlich: Gewalt ist beängstigend und kann, darf und soll aus diesem Grund vor allem nicht gegen Polizisten stattfinden.