Hiroshima & Nagasaki

Als amerikanische Bomber am 6. August 1945 über Hiroshima und drei Tage später über Nagasaki die furchtbarsten Vernichtungswaffen abwarfen, die jemals vom Menschen eingesetzt wurden, erreichte der zweite Weltkrieg ein schreckliches Ende. Dieser Krieg, der bereits durch die Verbrechen der Nazis an den Juden und das Bombardement weiter Teile Europas durch ein unglaubliches Maß an Grauen und Vernichtung aus der Reihe der menschlichen Konflikte hervorstach, wurde durch den Abwurf der Atombomben auf ein Maß gehoben, das jegliche Vorstellungskraft erschöpft.

Als eine einzelne Bombe in Hiroshima das Stadtzentrum traf, erzeugte sie einen Feuerball mit nahezu vierhundert Metern Durchmesser, der Tausende und Abertausende Menschen auf der Stelle versengte. Im Umkreis von einem Kilometer um das Zentrum der Explosion verwandelte die Schockwelle alle Gebäude in Schutt, der durch die Hitze der Explosion entzündet und vom Druck in die umliegende Gegend geschossen wurde. Die Detonation verwüstete eine Fläche die der Größe des heutigen Berlin Mitte entspricht. Unzählige Opfer fielen in den Folgemonaten der radioaktiven Strahlung anheim, die sich gleich nach der Explosion über der Stadt wie ein unsichtbarer Schleier ausbreitete. Unter den mehr als einhunderttausend Opfern der Bombe waren in der Hauptsache Zivilisten. Ihnen allen gilt unser Andenken.

Doch die Zahl der Betroffenen geht weit über das Spektrum jener hinaus, die durch die Auswirkungen der Bombe den Tod fanden. Auch jene, die seit diesen Tagen im August 1945 durch die Trauer um ihre Mütter, Väter, Kinder und Geschwister vereint sind, gehören zu den Betroffenen. Ihnen gilt unser Mitgefühl und unsere Hoffnung. Hoffnung, dass sie trotz des schweren Verlustes ihren Frieden gefunden haben und ihrer Wege gehen können, ohne von der Leere verschluckt zu werden, die die Bombe in ihr Leben gerissen hat.

Unsere Hoffnung gilt auch unserer Welt, die durch die Massenvernichtungswaffen so zerbrechlich geworden zu sein scheint. Hiroshima und Nagasaki zeigen, dass der zivilisierte Mensch lernen muss die Lösung von Konflikten neu zu definieren, um zu verhindern, dass jemals wieder Atombomben über dieser Erde abgeworfen werden. Welche schrecklichen Taten muss der Mensch noch vollbringen, bis wir unsere Zuflucht im Frieden suchen und nicht im Krieg?