Namensherkunft

Heidjer ist Substantivum maskulin und die niederdeutsche Bezeichnung für die Einwohner der Lüneburger Heide. In ländlichen Gebieten der Region werden sie bis heute so bezeichnet. Auch heißt die Ausdrucksform in vielen Gebieten der Lüneburger Heide Heidjerisch

Heide bedeutet unbebautes Land und geht auf den mittelhochdeutschen Name heide und den althochdeutschen Ausdruck heida zurück. Im Germanischen hieß wildes Land haiþ(æ)i-. Der Heidjer ist gegenwärtig auch ein Vorname bzw. Nachname und ein Gesellschaftstanz für mehrere Paar. Dabei werden abwechselnd Paar-, Mädchen- und Burschenkreise gebildet.

Das Areal der Lüneburger Heide erstreckt sich zwischen Elbe und Aller. Die flachwellige Heide- und Waldlandschaft ist in den meisten Teilen Deutschlands verschwunden. In Lüneburg wird der Rest dieser Kulturlandschaft durch die Beweidung mit Heidschnucken erhalten. Zur Lüneburger Heide zählen die Landkreise Celle, Gifthorn, Teile von Harburg, Heidekreis, Lüneburg, Lüchow-Dannenberg, Uelzen und Teile von Rotenburg. Es entspricht fast genau dem damaligen Fürstentum Lüneburg, es ist aber überwiegend ein Naturraum mit speziellem Klima, Fauna und Flora. Der höchste Berg der Zentralheide ist der Wilsederberg mit 169 Metern. Diesen verwendete unter anderem Karl Heinrich Gauß zur Vermessung des Königreichs Hannover. Niederschläge gibt es in der Lüneburger Heide das ganze Jahr über. Die Sommer sind kühl und die Winter eher mild. Das Gebiet gliedert sich in Hohe Heide, Südheide, Ostheide, Uelzener Becken und Luheheide. Der Beitrag der Heide- und Waldflächen in diesem Gebiet hat sich während der Vergangenheit immer wieder abgewechselt. Nach der Völkerwanderung nahm zum Beispiel der Waldanteil beträchtlich zu. 1975 wurde der Südteil der Lüneburger Heide fast durch den größten Waldbrand der Bundesrepublik Deutschland fast gänzlich zerstört. Dieser Brand forderte auch eine größere Anzahl Todesopfer. In den 1990er Jahren, als der Naturschutz boomte, wurde ein strikter Plan entworfen, um die Heideflächen zu bewahren. Auf den Äckern wurde verstärkt die Heidebauwirtschaft nachgeahmt. Waldränder wurden gelichtet und mit Heidschnucken bepflanzt, Fließgewässer und Heidemoore wurden renaturiert und der Artbestand an den Rändern der Heide wurde an den Talauen erhalten, aber verringert.

Die Lebensbedingungen der Heidebewohner kann man am besten im Heidemuseum in Walsrode bestaunen. Die sogenannten Heide- oder Luneklöster wurden zwar während der Neuausrichtung in Damenstifte umgewandelt. Sechs davon sind aber erhalten geblieben und können heute noch besichtigt werden. Größere zusammenhängende Heidelandschaften gibt es heute so gut wie nur mehr im Naturschutzgebiet der Lüneburger Heide.