Kulturlandschaft Heide

Erhaltung der Kulturlandschaft Heide


Heidelandschaften sind in unseren Breiten selten zu finden. Die wenigen in Europa existierenden Gebiete wurden meistens künstlich durch den Menschen geschaffen, nur wenige natürliche Heiden bilden hierbei die Ausnahme. Durch jahrzehntelangen Ackerbau und Viehzucht finden sich besonders im Nordosten Deutschlands viele bekannte Heidelandschaften. Ein besonders bekanntes Beispiel ist die Lüneburger Heide. Auf den nährstoffarmen, sauren Boden konnte sich eine einzigartige Vegetation entfalten, die jährlich viele Touristen aus der ganzen Welt anzieht.

Entstehung der Lüneburger Heide

Die letzten beiden Eiszeiten bildeten sich sandige Hochflächen und sorgten so für die Grundlage der heutigen Heideflächen. Gletscher aus Skandinavien stießen bis nach Norddeutschland vor und stauchten Massen von Sand und Geröll zusammen. Nach einiger Zeit wuchsen Wälder aus Eichen, Kiefern und Birken auf den Sandmassen. Durch den frühen Ackerbau aus der Steinzeit sowie der starken Vermehrung der Bevölkerung aus dem Mittelalter veränderte sich die Landschaft allmählich. Die Waldgebiete lichteten sich und die Heide breitete sich aus. Die Bäume verschwanden und wurden durch andere Pflanzen ersetzt. So sind heute die Besenheide, die Glockenheide oder der Wacholder überall in der Lüneburger Heide anzutreffen.

Erhaltung der Heidelandschaft

Um die Natürlichkeit der Heide zu erhalten werden die Anbaumethoden vergangener Jahrhunderte angewandt. Heidschnucken, eine besonders genügsame Schafrasse, beweiden das große Heidegebiet. Sie fressen die jungen Baumtriebe und verhindern so, das sich das Gebiet allmählich in eine Waldlandschaft verwandelt. Neben den Heidschnucken kommt noch eine andere Besonderheit zum Einsatz: das sogenannte Plaggen. Hierbei wird die oberste Humusschicht abgetragen und somit Sorge getragen das sich dort neue Heide ausbreiten kann. In der Vergangenheit wurde das Plaggen von den einheimischen Bauern übernommen, die den Humus später als Dünger auf ihre Felder brachten. Heutzutage übernehmen moderne Maschinen diese Arbeit.

Rückkehr zum Waldgebiet

Die Industrialisierung Anfang des 19. Jahrhunderts kehrte die Lage langsam um. Die Züchtung von Schafen lohnte sich immer weniger und so verringerte sich die Zahl der Herden beträchtlich. Die Beweidung der Heideflächen war so kaum zu gewährleisten. Mit der Erfindung des Kunstdüngers wurde dem Plaggen ein jähes Ende gesetzt. Die Bauern griffen lieber auf den neuen Dünger zurück anstatt an der alten Technik des Abtragens der obersten Humusschicht festzuhalten. Dadurch konnten sich die Waldbestände kontinuierlich erholen. Um die übriggebliebenen Heideflächen zu schützen wurde der Verein Naturschutzpark gegründet. Dieser kaufte über die Jahre Gebiete, um so den Schutz der Heide sicherzustellen.