Feldlerche

Die Feldlerche ist ein circa 16 Zentimeter langer Vogel, dessen mehrfach gemustertes Gefieder einen hellbraunen Gesamteindruck macht. Beide Geschlechter sind gleichartig gefärbt, das Männchen kann seine Scheitelfedern etwas aufstellen zu einer kleinen Haube.


Der typische Gesang der Männchen ist sehr abwechslungsreich und kann auch Imitationen anderer Vogelgesänge enthalten. Der Gesang wird meist während eines besonderen Singfluges vorgetragen und kann bis zu 15 Minuten am Stück andauern.

Die Feldlerche hat ein zutiefst großes Verbreitungsgebiet. Sie besiedelt fast ganz Europa sowie Gebiete in Asien und Afrika. Sie bevorzugt wechselfeuchte oder trockene Flächen, die nur mit Gräsern und Kräutern bewachsen sind.

In Mitteleuropa findet die Feldlerche diese Bedingungen wesentlich in landwirtschaftlich genutzten Regionen vor, vor allem auf Wiesen, Weiden und Ackerflächen.

In der wärmeren Jahreszeit ernähren die Feldlerchen sich und ihre Küken vor allem von Insekten und Spinnen, kleinen Schnecken und Regenwürmern. In der kalten Jahreszeit stehen vor allem Samen, kleinere Blätter, zarte Gräser und Keimlinge auf dem Speiseplan.

In Gebieten mit lang geschlossener Schneedecke ist die Feldlerche somit ein Kurzstreckenzieher.
Sie zieht nur so weit südlich, bis sie wieder schneefreie Flächen |entdeckt hat. In meist wintermilden Regionen wie zum Beispiel England und Irland ist die Feldlerche ein Standvogel, welcher das ganze Jahr über die selbe Fläche besiedelt.

Die Feldlerche ist ein typischer Bodenbrüter. Ihr Nest besteht aus einer gepolsterten, flachen Kuhle, in die meist 3-5 Eier gelegt werden. Die Küken werden von beiden Eltern gefüttert und sind schon nach einem Monat selbstständig. Dadurch können Feldlerchen zwei, in besonderst guten Jahren sogar drei Gelege aufziehen.

Feldlerchen gehörten somit in Mitteleuropa zu den häufigsten Vögeln in Regionen mit niedriger Vegetation. Doch mittlerweile geht der Bestand deutlich zurück und in Deutschland steht die Feldlerche auf der Roten Liste der gefährdeten Vogelarten.

Neben der in südlichen Ländern immer noch üblichen Jagd auf kleinere Vögel, ist vor allem die intensive, moderne Landwirtschaft ein großes Problem für die Feldlerche und andere Bodenbrüter geworden. Das regelmäßige Befahren der Wiesen und Äcker zur Düngung und Schädlingsbekämpfung zerstört mehrere Nester.

Mit ihrer Nahrung nehmen die Feldlerchen weiterhin viele Chemikalien auf, welche die Gesundheit und den Bruterfolg nachhaltig gefährden.

Auch die zunehmende Bebauung ehemaliger landwirtschaftlicher Flächen lässt den Bestand an Feldlerchen drastisch schrumpfen.Zum Schutz der Feldlerche und anderen Bodenbrütern ist es somit notwendig, geeignete Areale zu schützen, vor allem gegen eine Aufforstung und Bebauung.

Besonderst geeignet sind hierfür ehemalige Militärflughäfen und Truppenübungsplätze mit ihrem meist sehr offenen Gelände ohne höhere Flora.

Camp Reinsehlen ist dafür ein besonderst gutes Vorbild und ist inzwischen als vorrangig schutzwürdig anerkannt.

Es handelt sich hierbei um die in Niedersachen größte Sandmagerrasenfläche. Eine Schafherde hält den Bewuchs dauerhaft niedrig und neben der bodenbrütenden Feldlerche finden auch viele weitere gefährdete Pflanzen und Tiere einen geeigneten Lebensraum.