Rethem/Aller

Rethem/Aller


Die Stadt Rethem an der Aller liegt am Unterlauf des Flusses Aller inmitten weiter Marschwiesen. Stolze 650 Jahre Stadtgeschichte machen Rethem zur ältesten Ortschaft im Heidekreis Soltau/Fallingbostel. Das touristisch wertvolle Aller-Leine-Tal liegt in unmittelbarer Nähe des 2288 Einwohner zählenden schmucken Städtchens am Rande der Lüneburger Heide. Ausgedehnte Wälder und einsame Landschaften laden zum Wandern, Radeln und Reiten ein. Der Flusslauf der Aller ist ein beliebter Tummelplatz für Paddler. Bequeme Einsteige gestatten es selbst dem Nichtfachmann eine kleine Spritztour per Boot. Das Allerufer ist vor allem beliebt bei Anglern, doch auch Spaziergänger bummeln gerne entlang des Flusses.

Geschichte

Das jetzige Rethem ist eine Stadt im Landkreis Heidekreis, im Bundesland Niedersachsen. Darüber hinaus ist sie Mitgliedsgemeinde der Samtgemeinde Rethem/Aller. Die rund 4566 Bürger blicken auf eine interessante Geschichte zurück.

So wird Rethem das erste Mal im Jahr 1239 direkt erwähnt. Zur damaligen Zeit besaßen viele Regenten aus der ganzen Welt, sowie die Kirche aus Minden Ländereien dort. Die Lehen wurden dabei in Rehtem durch die Adelsfamilien, von verschiedenen Grafen und den Edelherren von Hodenberg vergeben. Zu Ende des 13. Jahrhunderts erfolgte dann die Besitzergreifung durch Herzog von Lüneburg von Burg und Dorf. Bereits im Jahr 1353 verfügen 50 Bauernstellen eine Brauberechtigung. Im selben Jahr erfolgte die Verleihung der Stadtrechte. Hierzu gehörte auch, dass Rethem vier Märkte arrangieren durfte. 1382 existierte eine Windmühle an der Alpe, in der Nähe von Klotzeburg.

Das Jahr 1386 ist sehr wesentlich, denn da pachtete Lüneburg Schloss und Stadt Rethem für 400 lötige Mark. Ein wichtiges Ereignis war im Jahr 1389 der Bau der ersten Allerbrücke, die auch aktenmäßig erwähnt wurde. Im selben Jahr erfolgte auch der Bau des Steinhauses auch das “feste Haus” genannt.Danach erfolgte die Errichtung einer Kapelle, ein paar Jahre später. 1443 wird nun auf dem Gelände des Schlosses eine Pulverkammer angelegt und die dortige Besatzung mit Waffen ausgestattet. Der erste katholische Vikar in Rethen hieß Conrad de Ryd und wurde im Jahr 1454 erwähnt, es folgte einige Zeit im Anschluss an die Gründung einer Armeneinrichtung. Zu dem Jahr 1519 wird in der Geschichte über die Verwüstung von Rethem durch hessische Söldner geschrieben.

Die Stadt Rethem schied einige Jahre später aus der Kirchwahlinger Parochie aus. In der Phase 1565 bis 1618 wurde die Stadt enorm verändert. So kam Straßen-, und Stromgericht, als auch ein Bürgergericht, sowie die Bürgerwehr hinzu. Eine andere von 1618 bis 1648 war durch den 30 jährigen Krieg gekennzeichnet. Nach dem Krieg war die Stadt bis zum Jahr 1704 mit dem Wiederaufbau der Stadt beschäftigt, da zahlreiche Kriegsschäden bestanden. im Jahr 1655 wandelte sich die Bürgerwehr zur Schützengilde. 1661 erfolgte dann ein umfangreicher Um- und Ausbau des Schlosses, welches zahlreiche Veränderungen mit sich brachte.

Die Stadt Rethem gelang erstmals 1694 der Anschluss an das Postnetz. Immer wieder gab es Brände in der Geschichte der Stadt, aber im Jahr 1704 vernichtete ein Brand 114 Wohnhäuser und 20 Ställe. Aus diesem Grund wurde zwei Jahre später ein Löschwesen eingeführt. Auch Krankheiten befielen die Einwohner der Stadt regelmäßig. Im Jahr 1758 starben an der sogenannten “Roten Ruhr” und anderen Krankheiten, 141 Menschen in nur sechs Monaten. Niedergeschrieben ist, das Rethems Rathaus im Jahr 1792 erbaut wurde. Ein Jahr später war es möglich mittels des ersten Fährmannes Balthasar Westermann den Rethemer See zu überqueren. Von da an fuhr die Fähre dann regelmäßig und verhalf zu weiteren Außenkontakten.

1803 haben französische Truppen Einzug in Rethem erhalten und 1810 gehörte Rethem dann zum Königreich Westfalen. Das Jahr darauf gehörte die Stadt ebenfalls dem Königreich Departement de Bouches du Weser von Napoleon an. Im Jahre 1858 erfolgte eine Zusammenlegung der unterschiedlichen Stadtteile und erhöhte somit die Bevölkerungszahl. Als erster Arzt praktizierte ein gewisser Herr Schlotte im Jahr 1865. Nur zwei Jahre später erfolgte die Eröffnung der Spar-Leih und Vorschusskasse der Stadt Rethem. Um 1900 wurde die erste massive Brücke über dem sogenannten “kleinen See” gebaut.

Am 7. Februar 1917 musste das Marineluftschiff L 36 wegen starker Winde auf der vereisten Aller in Rethem notlanden. Innerhalb einer Stunde war das Luftschiff völlig zerstört.

Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs im Jahr 1945 lieferten sich britische und deutsche Soldaten heftige Kämpfe um die Stadt Rethem, die den Soldaten als einziger Brückenkopf über die Aller diente.- Heute erinnern ein Gedenkstein im Londypark und der Kriegsgräberfriedhof an die schrecklichen Ereignisse jener Tage.

Bis zum Anfang des 20. Jahrhunderts ist die Geschichte der Stadt Rethem also von vielen wichtigen Ereignissen geprägt worden und bestimmen noch heute teilweise das Stadtbild.

Sehenswürdigkeiten

Eine der Sehenswürdigkeiten der Stadt Rethem an der Aller ist die Burg Rethem. Die Herzöge von Braunschweig-Lüneburg ließen die im 13. Jahrhundert etnstandene Niedderungsburg im 16. Jahrhundert zu einer bastionsartigen Wasserburg ausbauen. Die Nähe zur Aller sorgte dafür, dass sie wichtig für den damaligen Salzhandel war und den Herzögen zu einer herausragenden Stellung verhalf. Im 20.Jahrhundert waren nach einigen Zerstörungen durch Kriege, Brände und Überbauungen nur noch einige Mauerreste übrig. 2004 wurde die Burg auf den alten Mauern unter Berücksichtigung des Denkmalschutzes neu gebaut und dient nun unter dem Namen Burghof als kulturelles Veranstaltungszentrum, das die historische Bausubstanz präsentiert.

Schön zum Spazierengehen ist der Londypark. Hier steht die älteste Bockwindmühle Niedersachsens. Die ursprünglich aus Frankenfeld stammende Mühle wurde 1594 errichtet und dem Landkreis und der Stadt Rethem anlässlich der 600-Jarhfeier 1953 geschenkt. Heute ist sie das Wahrzeichen der Stadt. Sie ist nach einer Vielzahl von Sanierungsarbeiten heute wieder betriebsfähig und ist bei Veranstaltungen und an den Mühentagen für Besucher geöffnet. Doch die Bockwindmühle ist nicht die einzige Attraktion im Londypark. Im Jahr 2006 wurde hier der Skulpturenpark Rethem eingeweiht. Skulpturen des Bildhauers und Architekten Norbert Thoss wurden unmittelbar an der Aller in den Londypark integriert. Seit 1972 arbeitet der Künstler mit den Materialien Stein, Holz, Gips und Ton. Durch das Weglassen einzelner Körperteile von Menschen und Tieren erschafft er neue Formen. Diese Art von Kunst bezeichnet man als “Subtraktion”.

Der Naturlehrpfad rundum Rethem lädt dazu ein, die schöne Landschaft zwischen den Flüssen Alpe, Wölpe und Aller kennenzulernen und zu genießen.

Das Rethemer Rathaus besticht durch seinen Fachwerkbau und stammt aus dem Jahr 1792. Bis 1850 diente es als Gerichtsgebäude und Amtssitz.

Die Marienkirche wurde 1839 eingeweiht. Der Entwurf stammt vom bekannten Kirchenbaumeister Hellner. Sie ist von April bis September von 10 – 16 Uhr für Besucher geöffnet.

Ein kleiner Abstecher in die Ortsmitte von Kirchwahlingen lohnt ich nicht nur wegen der schönen Alleenzufahrt, sondern auch wegen des quadratischen Turms einer alten Wehrkirche aus dem Jahr 985. Der aus Feldsteinen und Raseneisenstein aufgetürmte Kirchturm stammt aus dem 12. Jahrhundert.

Kultur:

Der Burghof dient als kulturelles Zentrum der Stadt Rethem. Auf alten Mauerresten der alten Burg Rethem entstand ein Neubau, der im Jahr 2005 fertig gestellt wurde und heute das Kulturforum Burghof beherbergt. Der Burghofverein hatte die Idee eines Neubaus und der Errichtung einer Stätte für Kultur in Rethem. Durch archäologische Nachforschungen konnten historische Raumkonturen nachgezeichnet werden wie die Dachform und der langgestreckte Baukörper. Auch Pfeiler und an angedeuteter Wachturm mit Zinnen wurden integriert. Eine alte Zugbrücke verschafft dem Besucher Eintritt in das Gebäude. Die Burghalle im Untergeschoss wird geprägt vom Klima der alten Mauer. Kulturelle Veranstaltungen wie Konzerte, Lesungen und Ausstellungen werden im Burghof umrahmt vom Flair vergangener Zeiten. Das schöne historische Burggelände bietet den perfekten Rahmen für Oldtimertreffen.