Ahlden/Aller

Ahlden – Geschichte, Kultur und Sehenswürdigkeiten

Das Örtchen Ahlden befindet sich in Niedersachsen im Kreis Heidekreis und ist idyllisch im Aller-Leine-Tal gelegen. Es hat inzwischen ungefähr 1500 Einwohner und gehört zusammen mit vier weiteren Ortschaften zur Samtgemeinde Ahlden.

Zum ersten Mal urkundlich erwähnt wurde Ahlden im Jahre 1140; zu dieser Zeit noch unter dem Namen Alethen. Der heutige Name leitet sich ab von einem Rittergeschlecht von Ahlden, das dort im 13. Jahrhundert regierte, bis ihm wegen Raubritterzügen die Regentschaft aberkannt wurde. 1431 ging Ahlden in den Besitz des Lüneburger Herzogs über und bestand über 400 Jahre lang als Amt Ahlden. Ab 1848 gehörte es dann zum Kreis Fallingbostel.

Prominent wurde Ahlden zunächst als Verbannungsort von Sophie Dorothea, der Ehefrau des Kurfürsten Georg Ludwig von Hannover, des späteren Königs Georg I. von Großbritannien. Er verbannte seine Frau von 1694 bis zu ihrem Tod im Jahre 1726 nach Ahlden, weil sie eine Affäre hatte, die öffentlich bekannt wurde. In seinem Roman “Das steinerne Herz” setzte dann der bekannte Schriftsteller Arno Schmidt (1914–1979)dem Dorf ein literarisches Denkmal: es ist Hauptort der Romanhandlung, die sich auch mit der Verbannung von Sophie Dorothea beschäftigt und diese literarisch verarbeitet.

Vor allem auf Grund des Schlosses lohnt Ahlden einen Besuch. Der gut erhaltene Fachwerkbau wurde 1549 als Wasserschloss errichtet und bildet heutzutage – nach mehreren Um- und Erweiterungsmaßnahmen – ein dreiflügeliges Hufeisen. Für seinen Bau wurden auch Steine der aus dem 13. Jahrhundert stammenden Bunkenburg verwendet. Von ihr kann man inzwischen nur noch die Wallreste besichtigen. Sehenswert ist auch das sogenannte Scheunenviertel Ahldens, das nach mehrmaligen Bränden und Wiederaufbauten heute unter Denkmalschutz steht. Es ist ein schönes architektonisches Beispiel für diesen Städtebautyp: an vielen Plätzen wurden die Scheunen für das Heu am Ortsrand aufgebaut, da die Brandgefahr dort besonders hoch war und man das Übergreifen des Brandes auf die umliegenden Häuser vermeiden wollte. Auch der Arno-Schmidt-Hain, ein kleiner Park aus Eichen und Rhododendren, lädt den Besucher zum Verweilen ein. In seiner Mitte befindet sich eine Stele mit einem Bildnis des Schriftstellers, die zu dessen Ehrung dort errichtet wurde.

Auch kulturell hat Ahlden seinen Gästen allerlei zu bieten. Hervorzuheben ist dabei das Kunstauktionshaus, welches im Schloss Ahlden untergebracht ist und dessen Schätze Kunstsammler aus ganz Deutschland locken. Nennenswert sind zudem die Kunstausstellungen, die in gleichen Abständen im sogenannten Spritzenhaus in Ahlden stattfinden. Das Gebäude ist ein sehenswerter Turm, der im Jahre 1906 für die Ahldener Feuerwehr errichtet wurde, damit diese dort die benutzten Schläuche trocknen konnte.

Ahlden lohnt aber nicht nur wegen seiner Sehenswürdigkeiten und kulturellen Veranstaltungen einen Besuch, sondern vor allem auch wegen seiner reizvollen Lage: es ist umgeben von sechs großen Nationalparks, die den Besucher zu ausgedehnten Wanderungen oder Radtouren einladen. Und wer sich nach dem Ausflug in die Natur nach städtischem Flair sehnt, kann von Ahlden aus Hamburg, Hannover und Bremen mit dem Auto in jeweils einer Stunde erreichen. Ebenso liegt auch das Städtchen Celle in der Nähe, dass vor allem aufgrund seiner gut erhalten Altstadt mit vielen Fachwerkbauten ein reizvolles Ziel für einen Tagesausflug bietet.