Der Heidemörder

Der Heidemörder Thomas Holst


Deutschland erzitterte bei Schlagzeilen wie „Mörderischer Norden“ oder „Lust am Töten“. Noch etliche weitere dieser Überschriften zierten über mehrere Jahre hinweg die Zeitungen des Landes. Von 1987 bis 1990 trieb der Serienmörder Thomas Holst, der heute nur noch als Heidemörder bezeichnet wird, überwiegend im Hamburger Raum sein Unwesen.Ende November 1987 beging der damals 21-jährige Thomas Holst seine erste Tat, indem er einer jungen Frau names Andrea Grube-Nagel auflauerte und sie zwang, ihn in seine Wohnung in Hamburg-Blankenese zu begleiten. Doch es blieb nicht bei der Freiheitsberaubung, denn in seinen vier Wänden begann die Hölle erst richtig: Thomas Holst vergewaltigte die Frau, misshandelte und quälte die gleichaltrige Frau mit einem Messer und erdrosselte sie schließlich mit einem Kabel. Außerhalb Hamburgs an einem Feldrand im Kreise Segeberg wurde er die geschundene Leiche schließlich los und fuhr zurück in seine Mansarden-Wohnung. Erst zwei Tage später wurde die Leiche von Arbeitern gefunden und die Polizei eingeschaltet. Da Gen-Tests in diesen Zeiten noch gänzlich unbekannt waren, fehlte trotz Sperma-Spuren jede Spur vom Täter.

Wenige Zeit später verging Holst sich an einer 19-Jährigen, indem er sie in einen Hauseingang zwang und sie dort vergewaltigte. Aus Angst ließ das Mädchen alles über sich ergehen und schaffte es schließlich, durch eingehendes Flehen und gutes Zureden, sich zu befreien. Sie zeigte ihn an und er wurde tatsächlich geschnappt und im Januar 1988 vor Gericht gestellt. Thomas Holst gab sich höflich und zurückhaltend, sodass keiner im Saal, außer das Opfer, ahnte, wie der psychisch Kranke tatsächlich tickte. Das Urteil war ernüchternd: er wurde nur wegen Freiheitsberaubung, Nötigung und vorsätzlicher Körperverletzung belangt, der Vorwurf der Vergewaltigung wurde als nichtig erklärt, da das Opfer scheinbar einverstanden mit dem, was Holst ihr angetan hatte, war. 18 Monate auf Bewährung war die Strafe.

Kaum einen Monat später schlug der „Lustmörder“, wie sich Holst selbst nennt, wieder zu. Das Opfer diesmal; eine 2fache Mutter namens Petra Maaßen, die ähnliches erlebte wie Andrea Gruber-Nagel. Zuerst vergewaltigt, anschließend mit einem Messer gequält und schließlich erdrosselt. Auch diese Leiche entsorgte der Täter außerhalb der Großstadt an einem Feldweg (Kreis Stormarn).

Nach dem Umzug Holst’s mit seiner Freundin in die Lüneburger Heide, wird auch dort eine junge Frau (Lara Holz) auf bestialischste Weise zugerichtet, tot aufgefunden. Allmählich kommen die Ermittler dem Lustmörder auf die Spur. Am 24.Dezember 1990 gelingt ihnen die Verhaftung und 1992 erhielt Holst 12 einhalb Jahre Haft. Aufgrund mangelnder Beweise wurde das Urteil jedoch aus Beweismittelmangel wieder aufgehoben, um ihn 2 Jahre später wegen Mord in Tateinheit mit Vergewaltigung an Lara Holz zu 14 Jahren Haft und Einlieferung in eine psychiatrische Anstalt verurteilt.

In der Zwischenzeit gelang es den Ermittlern schließlich auch, dem Lustmörder die Morde an Andrea Gruber-Nagel und Petra Maaßen nachzuweisen, wodurch er von einem Hamburger Gericht zu lebenslanger Haft verurteilt wird.Doch Holst hat Glück: seine Therapeutin Tamara Segal verliebt sich in den Triebtäter und verhilft ihm kaum ein Jahr nach seiner Einlieferung zur Flucht. Zusätzlich unterstützt sie ihn mit 250.000 DM. Die Polizei ist alarmiert und verhaftet Tamara Segal umgehend, doch Holst bleibt verschwunden. Ende Dezember 1996, also etwa 30 Monate nach seinem Verschwinden, stellt sich Holst der Polizei, im Gepäck hat er noch 175.000 DM. Sofort wird Holst in den Hochsicherheitstrakt Ochsenzell gebracht. Im März 1997 heiraten Holst und Segal und klagen 2003 auf „Vollzug der Ehe“. Beide wünschen, sich ohne Beobachtung in einem Besucherraum Ochhsenzell’s treffen zu dürfen. Aus Fluchtgefahr und um Angst um das Leben von Tamara Segal wird diese Klage zurückgewiesen.