Ole Kerk

Wechselhafte Vergangenheit – Ole Kerk in Bispingen


Ole Kerk, bedeutet „Alte Kirche“ und ist eine vormals evangelisch-lutherische Kirche in Bispingen. Sie befindet sich am Rand der Luheniederung und wurde aus Feldsteinen erbaut. Sie diente bis 1908 dem „Kirchspiel Bispingen“ als Kirche.

Der älteste Nachweis für den Bau der Kirche lässt sich auf das Datum des 27. Juni 1353 zurückdatieren. Dieser Nachweis basiert auf einem Ablassbrief des Bischofs Daniel von Verden. Er gewährte den Handwerkern einen Ablass von vierzig Tagen. 1408 wurde in der Kirche die Taufe geschaffen, welche sich jedoch heute in der Neuen Kirche von Bispingen befindet. Das der Kirchenbau erweitert wurde, lässt sich durch eine Balkeninschrift von 1587 belegen. Kurz vor Ende des Dreißigjährigen Krieges 1647 wurde die Kirche abermals erweitert. Nur ein Jahr später 1648 wurde die Barockkanzel fertiggestellt. Diese befindet sich ebenso in der Neuen Kirche in Bispingen.

Die Neue Kirche St. Antonius in Bispingen wurde 1908 fertiggestellt und Ole Kerk diente zunächst bis 1965 als Gemeindehaus. Nach 1965 war Ole Kerk ungenutzt und sollte abgerissen werden. Die Räumlichkeiten als Bibliothek zu nutzen wurden nie realisiert. Nachdem in den Jahren 1967 bis 1973 das alte Pfarrhaus renoviert wurde, begann man sekundär die Ole Kerk instand zu setzten. Die Kosten von seinerzeit 280.000 DM trugen unter anderem die Kirchengemeinde, der Kirchenkreis Soltau, der Landkreis Soltau, die Gemeinde Bispingen, die Klosterkammer Hannover und das Landeskirchenamt Hannover. Der Kunstmaler Siegfried Steege schuf neue Bleiglasfenster und nach seinen Entwürfen entstanden nachrangig das Altarkreuz, die Kerzenleuchter und die Antependien. Zwei Tage vor Weihnachten, am 22. Dezember 1973 wurde die vollständig renovierte Kirche eingeweiht. Nunmehr dient Ole Kerk vorwiegend als Ort der Andacht. Sie wird aber auch für Trauungen und Konzerte genutzt. Da sie tagsüber unverschlossen ist, lohnt sich ein Blick und vielleicht auch um Stille und Kraft zu tanken.