Heidekastell Iserhatsche

Der Name „Iserhatsche“ stammt aus dem westfälischen Platt und bedeutet so viel wie „eisernes Herzchen“. Um die Jahrhundertwende, genauer 1913/14, wurde für den Königlich Preußischen Kommerzienrat Ernst Nölle jene Jagdvilla im schwedischen Holzbaustil erbaut. Von 1929 bis 1986 befand sich das große Areal im Besitz von Reemtsma. Inzwischen hat der Besitzer Uwe Schulz-Ebschbach ein wohl faszinierendes Gesamtkunstwerk daraus gemacht – ein wahres Heidekastell.


Die eindrucksvollen Räume der Villa kann man besichtigen. Den Fokus bildet wohl der Kamin-Trophäen-Raum mit Möbeln aus der Jahrhundertwende und einer Sammlung von Heidebildern. Im Biedermeier Zimmer befindet sich eine eindrucksvolle Handdrucktapete mit Jagdmotiven und lässt einen Einblick in die Periode des Biedermeiers zu. Im Spiegelsaal finden mittlerweile meist Trauungen statt. Früher diente der Saal als Bücherei. Das Diana-Sanssouci- Zimmer beherbergt Schätze der Glasmeister aus Murano.

Den Kern bildet die Jagdvilla. Beeindruckend und wohl faszinierend und verrückt zugleich ist aber wohl das Montagnetto. Ein ökologischer Multifunktionsbau mit Vulkan und Großwasserfall, welches in einem terrassierten Seensystem eingebunden ist indem man selbst den Nachbau der ARCHE findet. Den wundervollen, rekultivierten Barockgarten darf man sich in keinster Weise entgehen lassen.

Mit und durch die Werke des Berliner Bildhauers W.O. Hengstenberg ist der Barockgarten einer der größten und sehenswertesten „Philosophischen Barocke Eisenpark“ in ganz Europa. Den Fokus des Barockgartens bildet der 8 Meter hohe „Ebereschen-Eisen-Glocken-Baum“. Jede Glocke steht für ein Lebensjahr des Eigentümers. Das künstlerisches Werk hat einen Stammumfang von sagenhaften 2,38 Metern, 7 goldene Blätter, 7 goldene Wurzeln und 12 bespielbare Glocken. Wunderschön sind auch die mehr als 500 philosophischen Sprüche, denen man auf einem Spaziergang durch den Barockgarten begegnet und zu einem geistigen und philosophischen Gedankenspaziergang einladen.