Bockwindmühle Rethem

Bockwindmühle Rethem/Aller

Die Bockwindmühle ist nicht nur die älteste Mühle in Niedersachsen, sie hat beiläufig eine bewegte Vergangenheit und das im wahrsten Sinne des Wortes.

1593 erbaute Arndt von Honstedt die Windmühle auf seinem Gut Frankenfeld. Insofern gehörte das Gut seinerzeit zur Gemarkung Bordesloh, danach wurde das Dorf Bosse daraus.Dem ansässigen Müller wurden 25 Morgen Land gegeben, damit er und seine Familie überleben konnten. Die Mühle war bis 1851 verpachtet. Dann kaufte der damalige Müller Laue dem Gut die Mühle ab. Die Erben der Familie Laue waren auch die letzten Besitzer der Mühle.

1925 wurde die Mühle unter Denkmalschutz gestellt. Die Mühle war damals noch in vollem Betrieb. Die Bauern brachten ihr Korn wie eh und je zum Mahlen nach Frankenfeld. So ging es bis 1939, da standen die Mühlräder auf einmal still.

In all den Jahren hatte es auch immer wieder bauliche Veränderungen und Ausbauten in der Mühle gegeben um den ständig wachsenden Konkurrenz von Wasser-und Windmühlen in der Umgebung Schritt halten zu können. 1948 wurde der Betrieb völlig eingestellt.

1953 befand sich die alte Mühle in einem jämmerlichen Status. Morsche Balken, absackende Fundamente und faulende Außenwände waren nicht länger zu überschauen. Die Technik hingegen wie Mühlanlage und Getriebe der Mühle waren hingegen noch gut erhalten. Aber an eine Nutzung war erstmal nicht mehr zu denken. Da sie aber auch ein wertvolles Zeugnis der alten Mühlenbauzeit war und ebenso ein beispiellos erhaltenes Relikt aus der Zeit vor dem Dreißigjährigen Krieg wollte der Kreis sie gerne erhalten und schützen.

Damit waren allerdings sehr hohe Kosten verbunden und man suchte im Kreis Fallingbostel nach einem finanzkräftigen Sponsor. Die Gemeinde Rethem feierte zu dieser Zeit ihr 600. Jubiläum, also Verleihung der Stadtrechte. So fragte der Kreis Fallingbostel bei der Gemeinde an, ob sie die alte Mühle als Sehenswürdigkeit haben möchten? Dies würden sie nur zu gerne, da sie keinerlei Sehenswürdigkeiten ihr eigen nannten. Aber nicht als morsches baufälliges Teil, wenn dann nur restauriert! Dann würde man sich auch bereit erklären, das dazugehörige Fundament, das unerläßlich war durch die Gemeinde zu finanzieren. Nach längerem Handeln wurden Kreis und Gemeinde sich denn einig. Es begann der lange Abbau der 22 Meter hohen Windmühle. Tonnen von Holz wurden bewegt.Das einzige Eisenteil war der Mühlenkopf, alle anderen Teile der Mühle waren aus Holz und wurden Stück für Stück mit Bedacht abgebaut.Mit Pferdewagen wurden die Teile nach Rethem transportiert und erstmal gelagert. Am 25. November 1955, also 2 Jahre später war es dann endlich soweit. Die neue Mühle wurde, ausgestattet mit diversen Verbesserungen, im Londy Park in Rethem feierlich eingeweiht.

Der Zahn der Zeit nagt aber unabdingbar immer wieder an der Bockwindmühle. So fehlen ihr im Moment die Mühlenräder. Die Gemeinde Rethem sucht nach einem Sponsor, um die Mühle wieder betriebsbereit zu machen. Die Unterhaltung der alten Mühle ist sicher sehr kostenaufwendig, aber ebenso sicher ist es erfolgversprechend dieses alte Zeugnis der Zeit der Nachwelt zu erhalten.